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Geschichte und Sehenswürdigkeiten: der Dorfkern… , die Umgebung…, die Geschichte

Der historische Dorfkern von Novello


Der historische Dorfkern dehnt sich linear auf einem langgestreckten Bergrücken aus. Es bleibt dem Besucher, der die Hauptstraße entlang wandert, nicht verborgen, dass dieses Dorf eine relevante Rolle in der Geschichte der Region spielte. Es war Sitz der Markgrafen Del Carretto und kaiserliches Lehnsgut.
Das keilförmige Zentrum von Novello ist reich an architektonischen Kulturgütern – ein aufmerksamer Beobachter kann vornehme Herrenhäuser, kunstvolle Türbogen, die Pfarrkirche und die Kirche der Fraternität, beide aus dem 18. Jahrhundert, bewundern. Das Schloss, sowie der Palast stammen aus dem 15. Jahrhundert, letzterer war wahrscheinlich Sitz des Hauptmanns. Bemerkenswert sind auch die Bauwerke bäuerlicher Architektur, charakteristisch für diese landwirtschaftlich geprägte Gegend.
Novello, reich an Geschichte, Kunst und Weinkultur, bietet seinen Besuchern eine Atmosphäre angenehmer Ruhe in einzigartiger Natur- und Kulturlandschaft, mit ausgewiesenen Trekkingwegen durch Badlands, vorbei an Quellen, Toranlagen und Feldkapellen, auf den Spuren der genuinen Küche der Langa, die durch ihre rustikal raffinierten Gerichte besticht. Hier ist der Gast noch König, ganz wie zu Homers Zeiten.



Rundblick


Novello ist ein typisches Dorf der Langa und liegt auf einem Hügelrücken auf 471 Metern über dem Meeresspiegel. Im Westen fällt der Hang sanft in Richtung des Flusses Tanaro ab, an dessen Ufern entlang sich der Vorort Fornaci ausdehnt, angrenzend an die Gemeinde Monchiero. Auf der linken Uferseite und am äußersten Gemeinderand liegend, befindet sich der Vorort Moriglione, an der Gemeindegrenze zu Lequio Tanaro.
Bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts überquerten die Anwohner der Ufergebiete den Fluss per Fähre, in strengen Wintern nutzten sie die vereiste Oberfläche.
Im Osten bietet der Hügelpass eine grandiose Aussicht über das gesamte Barologebiet – fächerartig breiten sich prächtige Weinlagen wie perfekt angelegte Gärten in einem Amphitheater vor dem Auge des Besuchers aus, weiter gleitet der Blick über die Dörfer La Morra, Serralunga d’Alba, Barolo, Castiglione Falletto, Perno, Monforte d’Alba, hinein in ein Meer aus Weinreben.
Novello gehört zum Anbaugebiet des Baroloweins, bekanntermaßen der Wertvollste unter den Weinen, ihm folgen weitere typische Weine dieser Gegend wie die erlesenen DOC Rotweine Dolcetto d’Alba, Barbera d’Alba und Langhe Nebbiolo sowie die Weißweine Pinot, Arneis und Nascetta, letzterer wird aus der gleichnamigen autochtonen Rebsorte gewonnen.

 


Geschichte
 

Die Völker, die in vorgeschichtlicher Zeit den Nordwesten Italiens besiedelten wurden Ligurer genannt. Unter dem Namen Liguri Stanzielli wurden die Stämme zusammengefasst, die sich zwischen den Flüssen Tanaro und Bormida niedergelassen hatten. Die Gegend um Alba herum und die gesamte Langa wurden also von diesen „primitiven“ Völkern bewohnt, welche von griechischen und römischen Historikern als arbeitsam, stark und widerstandsfähig gegen äußere Belastungen beschrieben wurden. Der römische Geschichtsschreiber Tito Livio definiert sie als „durum in armiis genus“. Es ist weder bewiesen, noch auszuschließen, dass auf dem Hügelrücken von Novello einst Ligurer siedelten. Trotz heftigen Widerstands wurden die Stanzielli 173 v. Chr. bei Caristium (eventuell Cartosio nahe Alessandria) durch römische Legionen, angeführt durch den Konsul M. Popilio Lenate, endgültig besiegt. Im Jahr 89 v. Chr. unterwirft sich Alba und wird Municipium von Rom. In Novello gibt es Belege und Berichte über römische Besiedlung, verewigt in Goffredo Casalis wichtigem Historienbuch Dizionario, außerdem sind eine Gedenktafel, sowie einige Medaillen und Münzen, insbesondere aus der Zeit des Kaisers Domitian, erhalten. Die lateinische Benennung des Ortes durch Goffredo Casalis ist „Novellum Albensium Pompeianorum“; Novello der Einwohner von Alba Pompeia. Der Name Novello verweist auf den Begriff „Novalis“, was „erstmals bestelltes Ackerland“ bedeutet, auf das lateinische Verb „novellare“, was „neue Weinreben pflanzen“ bedeutet und auf das Adjektiv „novellus“, was schlicht „neu“ oder „vor kurzem urbar gemacht“ bedeutet.
Die Toponomastik erlaubt die Schlussfolgerung, dass der Ort Novello in römischer Epoche entstanden ist.
Klarer zurückverfolgen lässt sich die Geschichte von Novello ab 1100, beziehungsweise seitdem der Ort im Besitz des Bonifatius del Vasto ist, Nachfahre des Markgrafen Aleramo von Monferrato. Bonifatius hinterlässt nach seinem Tod im Jahr 1142 seinem sechstgeborenen und gleichnamigen Sohn die Markgrafschaft Cortemilia, sowie einige Ortschaften der Langa, darunter Novello. Sein Nachfolger, Enrico il Guercio, Stammvater der Markgrafen Del Carretto beteiligt sich an den Kreuzzügen.
Die Herrscher Del Carretto lassen ihre Burg in strategischer Lage auf dem Hügelfelsen erbauen. 1437 wird sie teilweise durch spanische Truppen zerstört. Eine erhaltene Radierung des bekannten italienischen Malers Francesco Gonin aus dem 19. Jahrhundert verbildlicht die mächtige Ruine.
Die Markgrafen Del Carretto lassen sich aus politischen Gründen stets zu den Vasallen des Römischen Reichs zählen, selbst nachdem sie sich 1726 dem Herzogtum von Savoia unterwerfen. Im Jahr 1731 verkauft Karl Emanuel II von Savoia das Schloss und die Länderein an den Markgrafen Agostino Oreglia von Castino und Farigliano. Von ihm erben wiederum die Markgrafen Luserna di Rorà.
Während der napoleonischen Italienfeldzüge ist ein Teil des französischen Heers unter dem Kommando von General Augeraux in den Wiesen von Pradonio stationiert, auf der Westseite des Hügels, von wo aus sie einen guten Überblick über die eigenen, in Cherasco agierenden, Truppen haben.
Nach der Epoche der Restauration folgt Novello den Geschicken des Haus Savoyen und den Wenden der Geschichte Italiens.
Die Bevölkerung kämpft unter menschlichen Verlusten in den Kriegen des Risorgimento und in beiden Weltkriegen mit, wie die Gedenktafeln für die Gefallenen mahnen. Während des antifaschistischen Widerstands treten viele junge Menschen den Partisanen bei und etliche Familien bieten ihnen Hilfe und Gastfreundschaft.